Ist Rohkost der einzig wahre Weg zur Heilung?

Viele beschäftigen sich mit der Frage, ob sie sich fortan zu 100% von Rohkost ernähren müssen, um tiefe Heilung zu erfahren. Hinzu kommt dann neben der Rohkost auch noch das Thema fettreduzierte Ernährung und schon ist bei einigen die Angst groß, sich sofort und dauerhaft roh und fettarm ernähren zu müssen, um gesund werden zu können.

Rohkost und fettreduzierte Ernährung – bitte kein Schwarz-Weiß-Denken!

Wir können mit einer naturbelassenen, bunten Rohkosternährung und einem achtsamen Umgang mit Fettmengen großen Einfluss auf die Heilkraft und Entgiftungsleistung unseres Körpers nehmen. Je mehr Rohkost wir essen und je weniger Fett unsere Leber zu verarbeiten hat, desto stärker und effektiver funktioniert die körpereigene Entgiftung.

Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass ausschließlich eine Ernährung, die zu 100% aus fettarmer Rohkost besteht, unsere Gesundheit und Entgiftung fördert. Schwarz-Weiß-Denken führt in diesem Fall zu Stress und Dogmatismus. Viel wichtiger für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Erschöpfung und Burnout, Magen- Darmerkrankungen und vielen anderen Beschwerden ist es, Dinge in ihrer Ernährung zu meiden, die noch Öl ins Feuer gießen. Allein durch das Weglassen der Krankmittel (Dinge aus der Lebensmittelabteilung, die uns eher krank als gesund machen) und dem Hinzufügen von pflanzenbasierter Vitalnahrung (Obst, Gemüse, Kräuter etc.) gehen wir einen entscheidenden Schritt auf unserer Gesundheitsreise.

Erkenne an, was du bereits für deine Gesundheit tust

Wenn du dich also bereits um deine Gesundheit und Ernährung kümmerst und vielleicht schon damit begonnen hast, die Krankmittel aus deiner Ernährung zu streichen, dann erkenne dein Handeln an und klopf dir selbst auf die Schulter. Es wäre schade, wenn du dir selbst verwehrst, jeden Schritt auf deiner Gesundheitsreise zu würdigen und selbst kleinste Fortschritte und Erfolge zu feiern. Der Weg hinaus aus chronischer Erkrankung ist gewiss keine Schnellstraße – daher ist es besonders wichtig für deine Motivation, dass du dich für jeden deiner Schritte anerkennst.  

Das eigene Tempo ist entscheidend

Bei der Erhöhung des Rohkostanteils und der Reduzierung der Fettmenge ist es wirklich wichtig, im eigenen Tempo vorzugehen. Orientiere dich bei der Geschwindigkeit nicht an anderen, sondern gehe so vor, dass du dich mit dem Tempo wohlfühlst. Du kommst entspannter und oft sogar schneller ans Ziel, wenn du dich auf dem Weg nicht verausgabst und überforderst.

Es ist außerdem so, dass insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen oft zu Beginn ihrer Ernährungsumstellung größere Rohkostmengen überhaupt nicht vertragen und eine schnelle Steigerung der Entgiftung zu viel für ihren Körper ist. Daher ist es wirklich ratsam, schrittweise und im eigenen Tempo vorzugehen.

Roh und fettarm – muss das sein?

Ist es denn nun das einzig wahre Ziel, zu 100% roh und fettreduziert zu essen? Die Antwort ist recht simpel: Nein. Heilung findet im Körper immer statt. Wir können es dem Körper leichter machen und die Entgiftung langsam steigern, indem wir Stück für Stück unseren Rohkostanteil erhöhen und die Fettmenge reduzieren. Entgiftung und Heilung geschieht aber nicht erst, wenn du zu 100& roh ist!

Wenn du feststellst, dass diese Ernährungsform (die sich durchaus als Dauerernährung eignet) nicht zu dir passt, solltest du dich nicht dazu zwingen. Du kannst deine persönliche Wohlfühlernährung suchen und finden – wie hoch dein Rohkost- und Fettanteil dabei sein darf, findest du durch Ausprobieren heraus. Finde deine Basis – und mit der Zeit hast du vielleicht Lust, kurweise deinen Rohkostanteil zu erhöhen und/oder deine Fettmenge zu senken. Und wer weiß: Vielleicht bleibst du irgendwann dabei, weil es plötzlich leicht geworden ist und du ohne Druck und mit Freude mehr fettarme Rohkost genießen kannst.

Wenn du Inspiration für deine Küche suchst, schau dir gerne unser Rezeptbuch an. Es enthält sowohl rohe als auch gekochte Gerichte mit und ohne Fett.

Wie war das bei dir, Anika?

Wenn dich interessiert, ob ich mich zu 100% roh ernähre und wie meine Anfänge aussahen, dann schau dir hier gerne mein aktuelles Video an. Darin spreche ich detaillierter über die hier angesprochenen Punkte: